SAMENSTRANGSCHMERZ
Mit dem Begriff "Samenstrangschmerz" ist in aller Regel die sog. Gen itofemoralis- Neu ralgie gemeint.
Der Samenstrang besteht aus aus dem Samenleiter, den Begleitgefäßen (Vasa spermat ica) und Lymphgefäßen sowie - bis in den Leisten kanal - aus Fortsetzungen der Hoden hüllen (n. Roche). Der Samenstrang ist cm 20 cm lang und zieht vom oberen Hoden pol bis zum inneren Leiste nring. Die schmerzhafte Region ist dem Ner vus geni tofemoralis zugeordnet, nicht selten wird ein Samenstrangschmerz durch eine Schädigung dieses Ne rvs ausgelöst.
Ein Samenstrangschmerz tritt kolikartig (= krampfhafte Kontraktion der Muskulatur eines Bauch organs mit wehenartigen Schmerzen) auf und strahlt zum Damm (= ca. 3 cm breite Weichteilbrücke, bestehend aus Haut und Muskulatur, zwischen Darmende und Hodensack bzw. Scheide) und in den Hoden aus.
Medikamentöse Schmerzbehandlung bei einem Samenstrangschmerz:
Häufiger ist bei einem Schmerz im Samenstrang ein Versuch mit sog. Antiepileptika (= eigentlich Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei manchen Sch merzen hilfreich) lohnend. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin.
Ansonsten ist im Rahmen der speziellen Schmerztherapie die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) in Form von wiederholten Nervenblockaden des Ne rvus genitofemoralis im Leistenkanal hilfreich.
In hartnäckigen Fällen kommt die kontinuierliche Blockade des Plexus lumbalis mittels Ne rvus femoralis-Katheter* zur Anwendung.
* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird vorübergehend (ca. 10-14 Tage lang) ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig sch merz los nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ne rven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Sch merzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Eine verbesserte Durchblutung wirkt auch einem gestörten Ne rvenzellstoffwechsel (z.B. bei einer Neuralgie) nachhaltig entgegen. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Sch merzgedächtnis zu löschen, auch bei einem Samenstrangschmerz.
Neu seit dem 1.4.2007
Auch daß für eine
Rehabilitation bei Berufstätigen automatisch die Rentenversicherung
zuständig ist, stimmt so nicht (mehr).
Quelle: Webseite der Bundesregierung:
Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit
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